01.12.2017 - Wärmewende möglich

© Foto: EEÖ/ Hörmandinger

Unsicherheiten von Heizsystemen thematisierte eine TU-Studie im Auftrag des Verbands Erneuerbare Energie Österreich.

Eine Vollkostenanalyse verschiedener Heizsysteme unternahm die TU Wien im Auftrag des Verbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Analysiert wurden die momentane Situation sowie die Unsicherheiten aus möglichen Energiepreisschwankungen, ineffizienten Betriebsweisen und anderen Einflussfaktoren. Das Ergebnis: Die Unsicherheiten, wie hoch die zukünftigen Heizkosten tatsächlich ausfallen könnten, sind für Gas- und Ölheizungen wesentlich höher als für Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energie. So können die Heizkosten eines unsanierten Einfamilienhauses, das mit Öl beheizt wird, um fast 3.000 Euro pro Jahr schwanken, wenn man von historischen Preisschwankungen ausgeht.

Studienleiter Lukas Kranzl betonte: "In allen untersuchten Kategorien von Gebäuden können erneuerbare Heizsysteme wettbewerbsfähige Lösungen darstellen. Im unsanierten Einfamilienhaus liegen biogene Energieträger vorne, im Neubau weisen Luftwärmepumpen die günstigsten Heizkosten auf. In Mehrfamilienhäusern können Hackschnitzel und Pellets sowohl im unsanierten Bestand als auch im sanierten Bestand eine günstige Heizungsform darstellen. Bedeutsamer als diese eher geringfügigen Kostenvorteile ist allerdings die Tatsache, dass in allen Fällen das Risiko sehr hoher Heizkosten bei fossilen Heizsystemen deutlich höher ist."

Für EEÖ-Präsident Peter Püspök zeige die Studie, dass heutzutage der Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen wirtschaftlich durchaus möglich sei. "Die Kostenunterschiede zwischen fossilen und erneuerbaren Energieträgern sind aber so gering, dass es von alleine sicher nicht zu einer Trendwende in Richtung Nutzung erneuerbarer Energie kommen wird. Ohne Wärmewende gibt es aber keine Energiewende, und ohne Energiewende werden wir die Klimaziele niemals erreichen", ist der EEÖ-Präsident überzeugt.

Quelle: Raiffeisenzeitung; Text: lov
Bild v.l.n.r.: EEÖ-Präsident Peter Püspök, TU-Experte Lukas Kranzl und PeterStieger, GF von Engie Energie
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