09.11.2017 - Mehr als ein Trend

Hubert Pupeter (Umweltcenter Gunskirchen), Dirk Solte und Norbert Rainer (Klimabündnis OÖ) - © Umweltcenter der RB Gunskirchen / Thomas Proksch

Beim ersten Forum "Das 'gute' Geld - Investieren mit MehrWert" trafen sich Experten und Interessierte, um die Wichtigkeit des Sparens mit Sinn für die Zukunft aufzuzeigen.

Die Österreicher legen immer mehr Wert darauf, wie ihr Geld angelegt wird. Waren es im Jahr 2015 noch 10,2 Milliarden Euro, die in nachhaltige Geldanlagen investiert wurden, sind es 2016 schon deutlich mehr geworden. So ist laut Marktbericht des FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen mit einem Plus von 24 Prozent dieser Markt in Österreich seit dem Vorjahr sogar überproportional auf 12,65 Mrd. Euro angewachsen. "Diese Zahlen belegen klar, dass es sich bei nachhaltigen Anlagen um mehr als einen Trend handelt. Die Nachhaltigkeitskriterien werden im Anlegeprozess immer wichtiger und gerade in Niedrigzinszeiten bieten grüne Sparformen zusätzlichen Mehrwert und eine sehr attraktive Alternative zu klassischen Anlegeoptionen", betont Veranstalter Hubert Pupeter, Geschäftsleiter des Umweltcenters der Raiffeisenbank Gunskirchen und ergänzt: "Die steigende Nachfrage nach alternativen Geldanlagen unserer Kunden hat uns, gemeinsam mit dem Klimabündnis Oberösterreich, dazu bewogen, dieses erste Forum zu nachhaltigen Veranlagungen und grünen Banken ins Leben zu rufen. Wir wollen informieren und aufklären, denn Geld hat eine Gestaltungsmacht, die wir für eine gute Zukunft nutzen sollten." Diesen Aspekt streicht auch Norbert Rainer, Regionalleiter des Klimabündnisses OÖ, heraus: "Wenn es gelingt, mehr Geld in eine nachhaltige Wirtschaft zu lenken, ist das gelebter Klimaschutz und wirkt sich positiv für unsere Kinder und Enkelkinder aus."

Schon mit einem kleineren Budget von nur 100 Euro könne man etwas für die Umwelt tun. Möglichkeiten um sein Geld nachhaltig anzulegen, gibt es viele. "Klein-bis Großunternehmen können sich ganz ohne Mehrkosten und -aufwand für eine nachhaltige Veranlagung, der gesetzlich verpflichtenden Beitragszahlungen zur Abfertigung Neu aussprechen. Das ist vielen noch gar nicht bewusst", sagte der Geschäftsführer der Fair-Finance Vorsorgekasse AG Markus Zeilinger in seinem Vortrag.

Über Crowdfunding- oder Bausteinaktionen sowie über außerbörsliche Aktiengesellschaften referierten der Geschäftsführer der Grünen Erde, Kuno Haas, und Michael Trcka, Finanzvorstand der WEB-Windenergie, im Workshop "Alternative Investments - Nachhaltige Alternativen zum klassischen Sparbuch". "Crowdfunding für nachhaltige und sozialethische Projekte - wie Aufforstungsprojekte oder Naturstrom - schafft Investitionschancen, bei denen Anleger profitieren und gleichzeitig Gutes wachsen kann", so beide einstimmig.

Im Round-Table-Gespräch zeigte sich das Umweltcenter der Raiffeisenbank Gunskirchen als erfolgreicher Pionier. Auf dem Weg der grünen Geld- und Sparanlagen wird seit Jahren ausschließlich in nachhaltige Projekte und Unternehmen investiert. "Die bisher finanzierten Umweltprojekte reichen vom ökosozialen Wohnbau über Windenergie, Biomasse, Photovoltaik bis hin zu E-Mobilität. Jeder Euro, der bei uns veranlagt wird, kann etwas bewirken. Wirklich jeder kann etwas beitragen", betonte Pupeter.

Florian Hauer, Fondsmanager des Kepler Ethik Aktienfonds, berichtete über das breite Angebot an grünen und nachhaltigen Anlegeformen im Wertpapierbereich: "Ethisch-ökologische Veranlagungen erbringen auch attraktive Renditen und sind gegenüber traditionellen Geldanlagen mehr als konkurrenzfähig. Zudem ist Transparenz essenziell." "Die Frage, die man sich vor einem Investment stellen sollte, ist: Welche Auswirkungen haben meine Investmententscheidungen - für mich, die Umwelt und die Gesellschaft", so Katharina Muner-Sammer von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT), Bereich Grünes Investment.

Der deutsche Zukunftsforscher und Finanzexperte Dirk Solte referierte zum Abschluss der Veranstaltung "Das 'gute' Geld - Investieren mit MehrWert" über Investitionen der Zukunft und wohin das Finanzsystem in Zukunft steuern wird. "Wann haben wir genug? Es liegt an jedem Einzelnen, diese Schlüsselfrage für sich zu entscheiden. Als weltweites Kollektiv bestimmen wir durch unser daraus abgeleitetes Handeln über weit mehr als die Stabilität des Weltfinanzsystems. Wir entscheiden jetzt über unsere Zukunft", appelliert Solte an die Besucher, Verantwortung zu übernehmen.

Quelle: Raiffeisenzeitung
Bild: Hubert Pupeter (Umweltcenter Gunskirchen), Dirk Solte und Norbert Rainer (Klimabündnis OÖ)
© Umweltcenter der RB Gunskirchen / Thomas Proksch