18.10.2017 - Eine grüne Idee feiert Geburtstag

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Die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative blickt auf ihr zehnjähriges Engagement zurück und entwickelt sich weiter zur Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative.

Vor zehn Jahren wurde die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative (RKI) als Plattform und Ideengeber für Maßnahmen im Bereich Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Ressourcen für ihre Mitgliedsunternehmen aus der Raiffeisen-Familie gegründet. Das zehnjährige Bestehen der RKI wurde nun nicht nur zum Anlass genommen zu feiern, sondern auch, um eine strategische Weiterentwicklung der Initiative zu forcieren.

"Raiffeisen sieht sich als wesentlicher Teil der Zivilgesellschaft und nicht nur als Wirtschaftsunternehmen. Daher war die Gründung der RKI ein wichtiger und richtiger Schritt, Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt zu übernehmen", erklärte der Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV), Walter Rothensteiner. Ziel sei es gewesen, mit gebündelter Kraft Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen. Von besonderer Bedeutung bei allen Bemühungen um den Klimaschutz sei die Hebelwirkung der Banken, mit der bei Investitionsentscheidungen klimagerechtes Verhalten unterstützt werden könne, so der Generalanwalt.

Wichtig sei von Anfang an gewesen, neben den Chefs auch die Mitarbeiter der Mitgliedsorganisationen und die Kunden für klimarelevante Aktivitäten zu begeistern und konkrete Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen, ergänzte RKI-Vorsitzender Franz Fischler. Dass die RKI eine Erfolgsstory sei, zeige nicht zuletzt auch die Zahl der Mitgliedsorganisationen, die sich seit 2007 von 12 auf 23 nahezu verdoppelt habe.

In seinem Rückblick auf zehn Jahre RKI verwies Fischler auf Highlights wie etwa die Publikation einer Ökobilanzierung zur Darstellung des ökologischen Fußabdrucks der Raiffeisen Bankengruppe. Um den Carbon Footprint zu reduzieren, werden seit Gründung der Initiative jährlich die CO2-Emissionen der Fuhrparks der Mitgliedsorganisationen ausgewertet und entsprechende Maßnahmen gesetzt. Ebenso erfreulich sei die schon langjährige Kooperation mit dem Schüler-Ideenwettbewerb "Jugend Innovativ", bei der die Bewusstseinsbildung von jungen Menschen im Vordergrund steht.

RKI-Geschäftsführerin Andrea Sihn-Weber skizzierte, wie sich die Initiative strategisch weiterentwickeln werde: "Künftig werden zusätzlich zu den Umweltthemen verstärkt auch die Handlungsfelder Wirtschaft und Kerngeschäft sowie gesellschaftliche Verantwortung und deren Wechselwirkungen im Fokus stehen. Aus der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative wird somit eine umfassende und zeitgemäße Nachhaltigkeits-Initiative". Internationale Entwicklungen – wie die globalen Sustainable Development Goals der Agenda 2030 oder die EU-Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung – seien für diese Weiterentwicklung wegweisend gewesen.

"Die Entwicklung muss hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft und Gesellschaft gehen. Dabei gilt es, neue Geschäftschancen zu erkennen", ergänzte Fischler und betont: "Es passt zur Ideologie von Raiffeisen, Klimaschutz als Chance zu sehen und nicht nur mit Einschränkungen zu verbinden."

Deshalb haben die RKI-Mitglieder gemeinsam mit dem Umweltbundesamt eine umfassende RKI-Klimastrategie als Orientierungs- und Handlungsrahmen erarbeitet. Konkret wurden für die drei Kernbereiche Produkte & Services, Betrieb, Prozesse & Strategien sowie Dialog & Kommunikation 21 Handlungsfelder und folgende gemeinsame Ziele definiert, die bis 2030 umgesetzt und deren Erreichung auch in regelmäßigen Abständen evaluiert werden sollen:

  • Die Mitgliedsunternehmen planen, den Anteil an klimafreundlichen Produkten und Services am jeweiligen Portfolio auf 25 Prozent zu erhöhen sowie die Treibhausgas-Emissionen in den Kundenveranlagungen um mindestens 25 Prozent (Vergleichsjahr 2015) zu reduzieren.
  • Die Mitgliedsunternehmen peilen an, ihre Energieeffizienz (gegenüber 2005, exkl. Emissionshandel) um mindestens 30 Prozent zu erhöhen und die Treibhausgas-Emissionen (gegenüber 2015, exkl. Emissionshandel) um mindestens 25 Prozent zu senken.
  • Im Bereich Mobilität sollen die Emissionen um mindestens 50 Prozent reduziert werden.
  • Der Anteil an erneuerbarer Energie am Strom- und Wärme-Verbrauch soll auf mindestens 75 Prozent (exkl. Emissionshandel) erhöht werden.

Quelle: Raiffeisenzeitung, Edith Unger
Bild: Festakt "10 Jahre RKI" - Franz Fischler und Christian Konrad waren vor zehn Jahren die "Geburtshelfer" der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative. Gemeinsam mit RKI-Geschäftsführerin Andrea Sihn-Weber setzen sie sich auch heute noch für Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei Raiffeisen ein – ebenso wie RBI-Generaldirektor Johann Strobl, der nicht nur als Tesla-Fahrer einen persönlichen Beitrag zur CO2-Reduktion leistet, sondern das Thema zur Chefsache bei der RBI gemacht hat.

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