21.09.2017 - Bedeutung der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative

10 Jahre Klimaschutzinitiative

Dr. Walter Rothensteiner: Die RKI wurde vor 10 Jahren gegründet, um aus eigenem Antrieb Maßnahmen gegen eine der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts zu setzen.

 
Der durch Menschen verursachte Klimawandel ist real. Schon jetzt lassen sich zahlreiche Auswirkungen auf Umwelt und Menschen nachweisen. Bei weiterem Ansteigen der Treibhausgas-Emissionen bringen die Klimafolgen für viele Staaten und Regionen soziale und ökonomische Folgen mit sich. Zur Bekämpfung des Klimawandels hat sich die EU bereits 1997 verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen zu vermindern. Die Verantwortung dafür liegt aber nicht nur bei Politik und Verwaltung, sondern auch bei den privaten Haushalten und Unternehmen. Mit ein Grund, weshalb vor 10 Jahren die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative von zwölf Raiffeisen Organisationen gegründet wurde, um aus eigenem Antrieb Maßnahmen gegen eine der größten Herausforderungen unseres Jahrhunderts zu setzen. Neben der Initiierung und Bündelung relevanter Projekte sowie Bewusstseinsschaffung im Sinne des Klimaschutzes verfolgen die Mitglieder auch das Ziel, einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu leisten.
 


Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt

 
In unserem Geschäftsalltag und darüber hinaus handeln wir im Sinne Friedrich Wilhelm Raiffeisens. Sein Leben war geprägt von der Verantwortung für den Nächsten. Wir bauen nach wie vor auf seine und unsere Grundwerte der Selbsthilfe, Solidarität und Nachhaltigkeit. Daher war es ein wichtiges Anliegen, 2015 erstmals für die Raiffeisen Bankengruppe relevante Daten zur Ökobilanzierung zu erheben. In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt wurden die Treibhausgas-Emissionen der Raiffeisen Landeszentralen sowie zahlreicher Raiffeisenbanken, aber auch vieler weiterer Mitglieder der RKI -wie etwa der Raiffeisen Bank International, der Raiffeisen Bausparkasse, der Raiffeisen KAG und der Valida -für den Zeitraum 2009 bis 2014 analysiert und ausgewertet. Die intern getätigten und extern finanzierten Green Investments und deren volkswirtschaftliche Effekte wurden für das Jahr 2014 erhoben. Da die absoluten Zahlen der Treibhausgas-Emissionen oft nicht einfach interpretierbar sind, wurden die Ergebnisse in Relation zur statistischen Auswertung von österreichischen Haushalten und Kennwerten aus Studienergebnissen anderer Dienstleistungsbranchen gesetzt. Damit sollte der ökologische Fußabdruck, den die Raiffeisen Bankengruppe in Österreich hinterlässt, in all seinen Dimensionen transparent gemacht und die daraus resultierenden Effekte nachvollziehbar und verständlich dargestellt werden.
 
Zu den Highlights aus der wissenschaftlichen Analyse für das Jahr 2014 zählten folgende Erkenntnisse, die auch heute noch Gültigkeit haben:
 
Die Ergebnisse der Raiffeisen Bankengruppe zeigen mit rund 8.000 Kilowattstunden Energieverbrauch je Mitarbeiter einen wesentlich niedrigeren Energieverbrauch als der Durchschnitt österreichischer Dienstleistungsunternehmen. Wird der Energieeinsatz auf die Bürofläche bezogen, so zeigt sich, dass rund neun Prozent weniger an Energie benötigt wird als durchschnittliche österreichische "Büro"-Dienstleistungsbetriebe.
 
Durch gebäudebezogene Investitionen im ökologischen Sinne werden in Summe knapp 17.400 Tonnen Treibhausgas-Emissionen pro Jahr eingespart. Viele dieser Maßnahmen entfalten ihre Effekte mit abnehmender Tendenz über mehrere Jahre. Der kumulierte Effekt über die Lebensdauer der Maßnahmen liegt daher weit über 100.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen. Pro Jahr wird gleich viel an Emissionen eingespart, wie ungefähr 7.000 durchschnittliche PKW im Betrieb jährlich verursachen. Die Wirkung, die durch an Kunden vergebene umweltfreundliche Finanzierungen der Raiffeisenbanken ausgelöst wird, ist aufgrund der deutlich höheren Summen sehr viel stärker als bei den internen Investitionen. So wurden rechnerisch Emissionsminderungen im Ausmaß von über 860.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen ausgelöst. Dies ist mehr als der gesamte Straßenverkehr des Burgenlands im Jahr 2013 an Treibhausgasen freigesetzt hat. Weiters konnten durch diese Finanzierungen knapp 2.900 Vollzeitäquivalente in Arbeit gehalten werden. Jeder im Jahr 2014 im Umweltbereich finanzierte Euro der Raiffeisen Bankengruppe löste weitere 1,30 Euro an Wertschöpfung aus.
 
Ein erster wesentlicher Schritt für die Planung und Umsetzung von ökologischen Maßnahmen war die Erhebung der Ist-Situation im Rahmen der Ökobilanzierung. Vielfältige Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, liegen noch vor uns. Die Raiffeisen Klimaschutz-Initiative leistet mit ihren Mitgliedsorganisationen einen wichtigen Beitrag -sowohl für ihre Unternehmen und Kunden als auch für die Umwelt. Daher freue ich mich auf weitere interessante Projekte in den nächsten zehn Jahren.
 
Dr. Walter Rothensteiner, Generalanwalt
 
© Foto: Franz Pflügl
Quelle: Raiffeisenzeitung